Gold-Silber Wertverhältnis

 

GoldSilber

Wenn man feststellen möchte, ob das heutige Wertverhältnis zwischen den Edelmetallen realistisch ist, kann man auf historische Fakten zurückgreifen. Noch um 1900 war das Münzgeld in den meisten Staaten das wert, was draufstand. Durch gesetzliche Regelungen war der Feingehalt der Münzen exakt festgelegt. Also sehen wir uns das mal an:

Lateinische Münzunion. Lang vor dem Euro gab es bereits zwischen vielen Ländern eine Vereinbarung, die Münzen nach einem einheitlichen Verfahren zu prägen. Zu diesen Ländern gehörten Frankreich, Spanien, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Belgien, Italien, Griechenland. Sie konnten mit einer 5 Francs-Münze aus Frankreich z.B. in Spanien einkaufen, Wert dort 5 Pesetas. Wie waren die Feingehalte festgelegt?
5 Francs bestand aus 25 g .900 Silber = Feingehalt also 22,5 g.
20 Francs bestand aus 6,4516 g .900 Gold = Feingehalt also 5,8 g.
Wertverhältnis Gold zu Silber wie 15,58 zu 1.

USA. Die 20 Dollar Goldmünze bestand aus 33,436 g .900 Gold, die 1 Dollar Silbermünze aus 26,73 g .900 Ag, Wertverhältnis Gold zu Silber also wie 15,988 zu 1.

Deutsches Reich. Die 10 Mark Goldmünze war aus 3,982 g .900 Gold, das 5 Mark Silberstück aus 27,77 g .900 Silber. Wertverhätnis Gold zu Silber wie 13,95 zu 1.

Skandinavische Münzunion. Ähnlich der Lateinischen Münzunion hatten auch Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland eine Münzprägung nach gleichen Regeln. Auch hier waren z.B. norwegische Kronen in Schweden exakt so viel Wert wie schwedische. 20 Kronen Goldmünzen bestanden aus 8.9606 g .900 Gold, 2 Kronen Silbermünzen aus 15 g .800 Ag. Wertverhältnis Gold zu Silber wie 14,88 zu 1.

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Wir sehen also zwar nicht identische Wertrelationen aber sehr ähnliche. Wichtig: alle Münzen aus Gold und Silber enthielten damals ihren Wert in sich. Ein deutlicher Unterschied zum heutigen Euro, dessen Metallgehalt eher keinen Wert hat.

Heute. 1 Unze Gold kostet (Anfang Juni 2017) 1292 Euro, eine Unze Silber 17,70 Euro. Wertverhältnis Gold zu Silber wie 73:1.

Daraus kann man jetzt unterschiedliche Schlussfolgerungen ziehen. Entweder Gold ist zu teuer oder SIlber zu billig. Letzteres halte ich für wesentlich wahrscheinlicher. Sollte die Münzprägung wieder aus Edelmetallen stattfinden (und damit die Nachfrage nach Silber deutlich ansteigen), könnte wieder ein Wertverhältnis von 16:1 oder 20:1 realistisch sein.

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