Exportweltmeister!???

Eine Volkswirtschaft wie die deutsche, die hohe Exportüberschüsse erzielt, sieht auf den ersten Blick gut aus. In Wirklichkeit befindet sie sich in Schräglage. 

Betrachtet man die Geldströme, wird man durch Exportüberschüsse „reich“, aber die dafür ausgeführten Waren sind weg. Im Ausland. Erzielt man den Exportüberschuss dadurch, dass man seine Arbeitskräfte schlecht bezahlt, werden diese nicht viel kaufen können. Exportweltmeister wäre also das Land, das seinen Inlandsmarkt am meisten schwächt. Wenn man das Geld, das aus dem Ausland zufließt, demselben Ausland als Kredit geben muss, weil dieses Ausland immer mehr einkauft als es selbst exportiert, wird die Schräglage eines große Exportüberschüsse erzielenden Landes deutlich.

Die Ausrichtung einer Volkswirtschaft auf die Erzielung möglichst hoher Exportüberschüsse kann also langfristig keine sinnvolle Perspektive sein.
Weder für China noch für Deutschland. Mit Pech sitzt man zum Schluss auf einem Berg von US-Dollars, die nur zu dem Zweck gedruckt wurden, im „Ausland einzukaufen“. Die beste Exportnation wäre dann die, die alle nützlichen erzeugten Gebrauchsgegenstände ins Ausland weggeliefert hat und dann überlegt, ob man mit dem ganzen Geld irgendwelche ausländischen Konzerne überteuert einkaufen kann 😉

Austausch zum gegenseitigen Vorteil wäre ein sinnvolleres Ziel und das geht nur bei Gleichgewicht zwischen Im- und Export.  Vorübergehende Ungleichgewichte sollten durch Auf- bzw. Abwertungen der betroffenen Währungen  ausgeglichen werden. Geht innerhalb des Euros aber leider nicht.

 

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