Zukunft schlägt Vergangenheit

Legt man Geld in Aktien an, ist einer der häufigsten Fehler, dass man Aktien, mit denen man bereits heftige Verluste gemacht hat, ungern verkauft. Wer realisiert schon gern einen Verlust und gibt damit außerdem zu, dass er sich bei der Kaufentscheidung geirrt hat.

Aber: Entscheidend dafür, ob man eine Aktie im Depot lässt oder abstösst, ist doch in Wirklichkeit nur die Erwartung an die Zukunft. Wird die entsprechende Gesellschaft erfolgreich sein und Gewinne machen? Wird der Aktienkurs wieder steigen? Oder ist das Gegenteil der Fall?

Man muss sich im Grunde nur die Frage stelle, ob man die Aktie jetzt zu dem niedrigen Kurs, der den rechnerischen Verlust beschert hat, nachkaufen würde. Vorausgesetzt natürlich, man hat das Geld dafür übrig. Würde man das nicht tun, kann man die Aktie aus der gleichen Zukunftserwartung auch verkaufen.

Das gleiche Prinzip gilt auch für Käufe von Aktien, die bereits stark gestiegen sind. Gestiegen oder abgefallen sind Aktienkurse immer nur in Bezug zum Kaufzeitpunkt, der ja definitiv in der Vergangenheit liegt. Die spielt aber in der Zukunft praktisch keine Rolle.

Leider ist es so, dass der Depotauszug perfekt die heutige Lage im Verhältnis zu den Kaufzeitpunkten darstellt, während er zur Zukunft naturgemäß keine Aussagen enthält.

Und „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“.
Das ist von Mark Twain oder Yogi Berra, weiss ich nicht so genau.

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