Wem gehört mein Geld

Wem gehört mein Geld?

Eine einfache Frage wie es scheint. Die Ereignisse rund um Zypern haben jedoch gezeigt, dass die naheliegende Antwort „mir“ nicht unbedingt stimmt. Gut, die paar Euro, die ich im Portemonnaie mit mir herumtrage gehören mir und ich kann darüber frei verfügen. Ein 100-Euro-Schein lässt sich in ein oder zwei Pullover oder auch 72 Nutella-Gläser eintauschen. Das Geld, das ich jedoch auf der Bank liegen habe, gehört nicht mehr mir sondern der Bank. Ich habe rechtlich mit der Bank einen Darlehensvertrag geschlossen, ihr mein Geld geliehen. Dafür zahlt sie mir einen (geringen) Zins, wenn es ein Sparkonto ist, oder keinen, wenn es ein Girokonto ist. Mit dem von mir geliehenen Geld kann die Bank im Rahmen der Gesetze arbeiten, es ihrerseits verleihen (bis auf eine Mindestreserve von 1%). Zahlen die Schuldner der Bank  ihre Kredite ordnungsgemäß zurück, läuft alles gut, wird die Bank auch mir mein Geld zurückzahlen können, wenn ich es abholen möchte. Gehen aber viele oder sehr große Schuldner der Bank pleite, zahlen ihre Kredite nicht zurück, kann auch schon mal eine Bank insolvent werden. Dann ist zu und ich komme an „mein“ Geld nicht heran. Zwar gibt es für diesen Fall die Einlagensicherung (bis 100.000 Euro pro Kunde der Bank). Ist die Pleite-Bank aber sehr groß, werden die der Einlagensicherung zur Verfügung stehenden Gelder wohl eher nicht reichen.

Wie Zypern zeigt, kann aber auch der Staat veranlassen, dass alle Banken geschlossen werden, Auszahlungen nur noch in kleinen Beträgen erlaubt sind und Überweisungen gar nicht. Auch kann eine staatliche Sonderabgabe auf Bankkontenstände erhoben werden, um die Bank zu retten, die Einlagensicherung wird ausgehebelt.

Zwar ist richtig, dass Zypern nicht Deutschland ist, aber auch die Zyprioten haben bis vor wenigen Tagen nicht damit gerechnet, nicht an „ihr Geld“ zu kommen.

Wenn es also schlecht läuft, bewahrheiten sich Weisheiten wie „Bargeld lacht“ und „nur Bares ist Wahres“. Hingegen kann sich „sparst du in der Zeit, so hast du in der Not“ bei geschlossenen Banken durchaus als völlig daneben darstellen.

Möglicherweise ist es nicht falsch, den Geldbedarf für 4-6 Wochen als Bargeld sicher versteckt vorrätig zu haben.

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