Credit Default Swap (CDS)

Credit Default Swap – Kreditausfallversicherungen

Das war ursprünglich mal eine gute Idee. Da konnte sich ein Kreditgeber, der Anleihen eines Staates oder eines Unternehmens kaufte, gegen das Risiko des Ausfalls dieses Kredites versichern. Dafür musste er an den Versicherungsgeber eine Gebühr zahlen, die sich nach der Höhe des Ausfallrisikos richtete.

Im Falle des Ausfalls (Default) musste der Versicherungsgeber dem Versicherungsnehmer seinen Schaden ersetzen.

Dies schien für die Banken, die diese Art Versicherung anboten, ein sicheres Geschäft zu sein, da zumindest bei Staatsanleihen erstens niemand mit einem Ausfall wirklich rechnete und zweitens, falls wider Erwarten doch ein Staat bankrott machen würde, das auszuzahlende Volumen so groß wäre, dass die diesen Ausfall versichernde Bank gleich mit bankrott gehen würde.

So weit, so gut. Aber dann wurden aus diesen CDS-Versicherungen Wertpapiere gemacht, die jeder Marktteilnehmer kaufen oder verkaufen konnte, ohne überhaupt die versicherte Sache (die Anleihe) besitzen zu müssen. Und wie bei jedem Wertpapier war es nun auch möglich, entsprechend der Erwartungen, die man als Marktteilnehmer bezüglich der Ausfallwahrscheinlichkeit von z.B. griechischen Staatsanleihen hatte,  auf steigende Kurse dieser CDS-Papiere zu spekulieren.

Zweck eines solchen spekulativen Erwerbs eines CDS-Papieres ist also nicht mehr die Versicherung gegen den Ausfall sondern der spätere Verkauf zu einem höheren Kurs. Der gesamte Markt für diese Papiere besitzt keinerlei Transparenz, da die entsprechenden Geschäfte nicht an einer Börse nachvollziehbar gehandelt werden sondern in direkten nicht öffentlichen Verhandlungen zwischen Banken stattfinden.

So weiß niemand genau, wer wieviel an wen zahlen müsste, wenn z.B. Griechenland einen offiziellen Staatsbankrott hinlegen würde. Daher auch die sich hinziehenden Verhandlungen, diesen zu vermeiden und durch einen freiwilligen Schuldenschnitt zu ersetzen, bei dem eben genau diese CDS-Papiere nicht fällig werden würden.

Recht irrsinnig, dieser spezielle Markt. Besser wäre es, wenn nur der sich gegen Kreditausfall versichern könnte, der diesen Kredit auch gegeben hat.

Ich wäre auch nicht begeistert, wenn jeder eine Versicherung auf mein Leben abschließen könnte (um  mir ab dann nach demselben zu trachten). Bei Bekanntwerden einer ernsthaften Erkrankung würden natürlich die Beiträge für eine solche „fremde“ Lebensversicherung steigen und wenn sie ein handelbares Wertpapier wäre, wäre bei gestiegenem Kurs ein Spekulationsgewinn realisierbar. Nein Danke.